Kapitel 1 · Leseprobe

Warum interne KI-Richtlinien nötig sind

Unsere internen Regeln: freigegebene Werkzeuge, Grenzen, Ansprechpartner und Freigabeprozesse.

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitsweise in vielen kleinen und mittleren Unternehmen sehr schnell. Mitarbeitende testen von sich aus neue Werkzeuge, oft ohne dass die Geschäftsführung davon weiß oder eine einheitliche Regelung besteht. Ohne klare Vorgaben entstehen leicht Unsicherheiten: Welche Werkzeuge dürfen genutzt werden, welche Daten dürfen eingegeben werden, und wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefgeht. Eine interne KI-Richtlinie schafft hier Klarheit für alle Beteiligten und schützt sowohl das Unternehmen als auch die einzelnen Mitarbeitenden.

Nutzen einer klaren Richtlinie

Eine gute Richtlinie beantwortet die wichtigsten Fragen des Alltags: Welche KI-Werkzeuge sind erlaubt, welche Daten dürfen niemals eingegeben werden, wer ist Ansprechpartner bei Fragen, und wie werden neue Werkzeuge geprüft und freigegeben. Damit wird verhindert, dass jede Abteilung eigene, möglicherweise widersprüchliche Regeln entwickelt. Außerdem gibt eine Richtlinie den Mitarbeitenden Sicherheit: Wer sich an die dokumentierten Regeln hält, handelt korrekt und muss keine persönliche Verantwortung für unklare Situationen übernehmen.

Ein Beispiel aus der Patientenbetreuung von VIVISOL zeigt den Nutzen deutlich: Bevor eine Richtlinie eingeführt wurde, nutzten einzelne Mitarbeitende unterschiedliche, teils kostenlose KI-Werkzeuge für die Textbearbeitung, ohne dass die Teamleitung davon wusste. Nach Einführung einer klaren Richtlinie mit einer Liste freigegebener Werkzeuge und klaren Regeln zum Umgang mit Patientendaten wurde die Nutzung einheitlich, nachvollziehbar und deutlich sicherer.

Hinweis

Eine Richtlinie muss nicht kompliziert sein. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass sie verständlich ist und im Alltag tatsächlich angewendet wird.

  • Klarheit über erlaubte und verbotene Werkzeuge
  • Einheitlicher Umgang mit sensiblen Daten
  • Klare Verantwortlichkeiten und Ansprechpartner
  • Schutz der Mitarbeitenden bei korrektem Verhalten
Beispiel aus der Praxis

Der Außendienst von VIVISOL führte eine einseitige Richtlinie ein, die festlegt, welches KI-Werkzeug für welche Aufgabe genutzt werden darf und dass Patientendaten grundsätzlich anonymisiert werden müssen. Bereits nach kurzer Zeit sank die Zahl der Rückfragen an die Geschäftsführung deutlich, weil die Mitarbeitenden selbst nachschlagen konnten.

Checkliste für die Einführung einer Richtlinie
  • ✓Wurden die häufigsten Anwendungsfälle im Unternehmen erfasst
  • ✓Ist die Richtlinie verständlich und kurz formuliert
  • ✓Wurde die Richtlinie allen Mitarbeitenden bekannt gemacht
  • ✓Gibt es eine Ansprechperson für Rückfragen
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